Der eingewachsene Nagel (lat. unguis incarnatus)

Eingewachsene Nägel sind sehr häufig, meist ist der Großzeh betroffen. Der seitliche Nagelrand drückt sich tief in den Nagelfalz und das führt zu schmerzhaften Beschwerden. Ein Nagel kann in drei Formen eingewachsen sein: Als normaler Nagel, als Rollnagel oder als Zangennagel.

Ursachen

Die Ursachen für eingewachsene Nägel sind überwiegend zu enge Schuhe oder falsches Nägelschneiden. Schneidet man den Nagel wie den Fingernagel oval, schiebt sich der Nagelrand unter dem Druck, dem der Fuß evtl. durch zu enge Schuhe ausgesetzt ist, in das Nagelbett. Das reizt die Haut und es kommt zu einer Entzündung. Weil die Haut verletzt ist, bildet sich so genanntes "wildes Fleisch“ (Hautzellen, die die Wunde wieder verschließen sollen), das über den Nagel wächst. Dadurch dringt der Nagel noch tiefer in das Nagelbett ein. Durch die Verletzungen der Haut können Bakterien in die Haut gelangen und eine Infektion hervorrufen.

Vererbung ist eine weitere mögliche Ursache für einen eingewachsenen Nagel. Hier sind besonders diejenigen gefährdet, in deren Familie bereits Entzündungen an Zehennägeln aufgetreten sind.

 

 

Besuch beim Podologen ist ratsam

Bei eingewachsenen Nägeln sollte immer ein Podologe aufgesucht werden. Ein regelmäßiges Fußbad mit Kernseife oder einprozentiger Kaliumpermanganat-Lösung genügt hier nicht mehr. Auch eine „spezielle“ Salbe nach dem Fußbad ist in aller Regel wirkungslos und verhindert bestenfalls ein weiteres Ausbreiten der Entzündung. Solange das Hauptübel, die Nagelecke, (ob kleiner oder größer, spielt keine Rolle mehr) nicht fachgerecht entfernt ist, bleibt das Problem bestehen. Bitte versuchen Sie nicht, selbst daran herumzudoktern. Das begünstigt nur das weitere Eindringen von Bakterien.

Behandlung

Nach Beseitigung der Nagelecke müssen unbedingt Bäder mit einem Wund- und Heilbad-Konzentrat durchgeführt werden. Anschließend muss die Stelle mit Betaisodona-Salbe und einem Wundverband versorgt werden. Bereits nach 2–3 Tagen tritt Besserung ein, die Entzündung geht zusehends zurück, das „wilde Fleisch“ bildet sich von alleine zurück. Wesentliche Voraussetzung für eine Heilung ist, dass der Nagel Platz zum Ausheilen hat und nicht gleich wieder durch enge, hohe Schuhe belastet wird.

Bei einem chirurgischen Eingriff (sog. „Emmert-Plastik“) wird unter lokaler Betäubung nicht nur der Nagel selbst, sondern auch der Teil des Nagelbetts, aus dem der Nagel nachwächst (Nagelmatrix), entfernt. Der neu nachwachsende Nagel wird schmaler, und die Gefahr, dass er wieder einwächst, ist dadurch geringer. Leider gibt es auch hier immer wieder misslungene Eingriffe, die oft noch größere Beschwerden zur Folge haben.

 

Die sanfte Alternative zum chirurgischen Eingriff stellt die Nagelkorrekturspange (Orthonyxie) dar. Wenn ein Nagel auch nach einer Behandlung immer wieder einwächst, kann das auch daran liegen, dass er (im Querschnitt) zu rund geformt ist und zu tief im Nagelfalz liegt. Ihr Podologe kann durch das Anbringen einer Spange Abhilfe schaffen, die den Nagel wieder aus dem Nagelfalz hochzieht. Mit Beginn der Spangenbehandlung ist der Patient meistens bereits schmerzfrei.

 

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