Das Hühnerauge

Diese meist sehr schmerzhafte Hornschwielenbildung mit zentralem, in die Tiefe gerichtetem Sporn, ist an der Fußsohle in Höhe der Mittelfußknochen, auf dem Zehenrücken oder zwischen den Zehen zu finden. Orthopädische Besonderheiten wie ein Senk- oder Spreizfuß oder arthrotisch veränderte Zehengelenke begünstigen die Schwielenbildung. Vor allem jedoch entstehen hohe Druck- und Reibungskräfte durch zu enges und zu hohes Schuhwerk, welche zu einer kegelförmigen Hornhautverdickung führt, deren Spitze nach innen gerichtet ist.

Oft entstehen auch Verbindungen zu Blut- und Nervengefäßen, die das Gehen deutlich erschweren oder gar unmöglich machen. Bei Diabetes mellitus oder einer Neuropathie anderer Ursache sind die Veränderungen zwar meist schmerzärmer oder sogar schmerzlos, können aber umso schwerwiegendere Veränderungen, z.B. Geschwüre, nach sich ziehen. (zu medizinisch: Ulkus oder Mal perforans).

Bitte sehen Sie davon ab, Hühneraugen selbst entfernen zu wollen. Bei den „Instrumenten“, die Nagelnecessaire (oder gar die Küchenschublade) so hergeben, ist die Gefahr der Selbstverletzung und Infektion ist einfach zu groß. Vorsicht ist auch bei den handelsüblichen Hühneraugenpflastern geboten. Sie enthalten Salicylsäure, die nicht nur die Verhornungen, sondern auch umliegende, gesunde Hautschichten verätzt und dadurch die Problemstelle noch vergrößert.

Lassen Sie Ihre Hühneraugen fachkundig durch Ihren Podologen entfernen. Er kann auch individuelle Orthosen als Druck- und Reibungsschutz oder zur Korrektur von Zehenfehlstellungen anfertigen, die die betroffene Stelle deutlich entlasten.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Hühneraugenbehandlung ist in jedem Fall Ihre Bereitschaft, passendes, Ihrem Fußproblem entsprechendes Schuhwerk zu tragen. Wer sich nicht von seinen schicken engen und hohen Schuhen trennen mag, wird regelmäßig unter Schmerzen zu leiden haben und sich den mahnenden Blicken seines Podologen aussetzen müssen.

Natürlich können auch Chirurgen Hühneraugen operativ entfernen. Bei jedem chirurgischen Eingriff entstehen aber Narben, die nicht selten dieselben Probleme bereiten können, wie das ursprüngliche Hühnerauge.

 

 

 

Warzen (lat. verrucae)

Warzen werden zu den gutartigen Hauttumoren gezählt. Sie sind meist sehr ansteckend und werden durch eine Kontakt- und Schmierinfektionen mit Humanen Papillomviren übertragen, z.B. im Schwimmbad, in der Sauna, im Hotel oder durch direkten Hautkontakt mit betroffenen Personen. Kleinste Verletzungen, feuchte oder trockene Haut erleichtern den Viren das Eindringen.

Dornwarzen, Sohlenwarzen oder plantare Warzen bilden sich an den Zehenunterseiten und den Fußsohlen, wachsen dort dornartig in die Tiefe und sind oft von einer Hornschwiele bedeckt. Beim Auftreten können sie durch die Belastung des eigenen Körpergewichts bis an die sehr empfindliche Knochenhaut stoßen und dadurch beim Gehen heftige Schmerzen auslösen.

Warzen sind sehr schwer zu behandeln. Manchmal kann es zu Spontanheilungen kommen, wenn es der Immunabwehr des Körpers gelingt, die verursachenden Viren abzutöten. Meist jedoch bleiben sie jahrelang bestehen und können sich durch Selbstansteckung noch vermehren.

 

Der Vollständigkeit halber sind hier verschiedene Behandlungsmethoden aufgeführt, die jedoch durchaus kritisch zu betrachten sind:

Operative Warzenentfernung

Reichen die Warzen sehr tief in das Gewebe hinein (Dornwarzen), können sie operativ, mit einer Art scharfem Löffel, ausgeschabt werden. Bei dieser Behandlungsart besteht die Gefahr heftiger postoperativer Schmerzen und einer entsprechend langen Heilungsdauer sowie häufig das Risiko einer Reinfektion.

Elektrokoagulation

Nach lokaler Betäubung wird die Haut etwas verschmort, wodurch alle infizierten Zellen abgetötet und eine wiederkehrende Infektion zu 70% ausgeschlossen werden kann.

Laserentfernung

Mit dem Laser wird die Warze herausgeschnitten; der Laser ersetzt hierbei den oben erwähnten scharfen Löffel. Auch hier kann es zu heftigen Nachschmerzen und Narbenbildung kommen. Eine neuere Methode zerstört die Blutgefäße der Warzenwucherung und trocknet diese nach und nach aus. Diese Methode ist langwierig und beträgt je nach Größe der Warze oder des Warzenbeets drei bis fünfzehn oder mehr Sitzungen im Abstand von zwei Wochen. Außerdem ist diese Behandlung unangenehm bis schmerzhaft, da die Laserpulse als Verbrennungsreiz wahrgenommen werden. Als Vorteile sind die nichtinvasive Behandlungsart sowie eine – nach bisherigen Erfahrungen - sehr geringe Rückfallgefahr zu sehen.

Vereisung (Kryochirurgie)

Mit einem Applikator wird ein Kühlmittel aus flüssigem Stickstoff in die Warze eingesprüht, das sich innerhalb kürzester Zeit auf unter -50 C abkühlt. Durch eine ein- bis mehrmalige Anwendung (15 bis 40 Sekunden) wird die oberste Hautschicht abgetötet und mit der Zeit abgestoßen. Die Warze wächst nach und nach mit den Hautschichten heraus und fällt schließlich ab. Bei dieser Behandlung kann sich manchmal auch eine Blase bilden.

Hausmittel und Rituale

Gerade bei Warzen hört man von den verschiedensten Hausmitteln. Bei manchen Warzen soll es helfen, wenn man die betroffene Stelle etwa eine Woche lang mit einer Scheibe von einer Knoblauchzehe (täglich wechseln) belegt und mit einem Wundschnellverband o.ä. luftdicht verschließt. Die Knoblauchscheibe sollte nur die Warze bedecken und mit möglichst wenig gesunder Haut in Berührung kommen. Vor allem frischer, saftiger Knoblauch kann bei längerem Kontakt mit gesunder Haut allmählich zu Verätzungen führen. Das Auflösen der 'Warzenzellen' in heißem Wasser mit Spülmittel wird gelegentlich empfohlen; vermutlich wirken hier die desinfizierenden und aufweichenden Inhaltsstoffe des Spülmittels.

Die Behandlung mit Eigenurin führt angeblich bei manchen Menschen auch zum Erfolg. Im Sommer kann man die Warze auch mit dem Saft eines Löwenzahnstiels bestreichen. Eine weitere Methode ist das Einreiben der Warze über längere Zeit mit Kreide, wobei das Kreidestück vorher auf keinen Fall feucht gewesen sein darf.

Manchen Menschen gelingt es, gewöhnliche Warzen durch Wegbeten, Besprechen oder andere Rituale zum Verschwinden zu bringen. Der Plazeboeffekt spielt hier wie bei der Behandlung mit Hausmitteln eine wesentliche Rolle.

 

 

 

Schweißfuß (lat. Hyperhidrosis pedum/Bromhidrosis)

Die Schweißabsonderung an Händen und Füßen dient evolutionär nicht der Thermoregulation des Körpers, sondern der besseren Haftung der nackten Füße auf einer Unterlage. Unter „Schweißfüßen“ wird die übermäßige Schweißabsonderung an den Füßen verstanden.

Ursachen

Eine Überaktivität des vegetativen Nervensystems und eine übernormale Größe der Schweißdrüsen werden als Ursachen für eine vermehrte Schweißabsonderung angesehen, die durch weitere Faktoren zusätzlich verstärkend beeinflussbar ist. Eine lokalisierte Überfunktion tritt meist im Bereich der Achselhöhlen, der Hände und eben auch der Füße auf.

 

Symptome

Durch das vermehrte Schwitzen ist die Hornschicht der Haut ständig durchfeuchtet, so dass diese weißlich aufquellen kann. Verstärkend wirken luftundurchlässige Schuhe oder Strümpfe, die zur Bildung einer sog. feuchten Kammer führen können. Die ständige Durchfeuchtung der Hornschicht begünstigt die Vermehrung der ortsständigen, schweißzersetzenden Bakterien, die letzlich den unangenehmen Geruch (Bromhidrosis) verursachen. Neben einer vermehrten bakteriellen Besiedelung kommt es häufig zu Fußsohlenwarzen und Pilzinfektionen, die oft nur sehr schwer zu behandeln sind.


Regelmäßige Fußpflege: das beste Mittel gegen Geruchsbildung

Schweißfüße an sich sind kein Zeichen einer mangelnden Fußpflege oder generell der Hygiene. Bewährt haben sich zur Verhinderung gegen die lästige Geruchsbildung diese Fußpflegemaßnahmen:

  • Häufige Reinigung der Füße (vor allem mit kaltem Wasser)
  • Fußbäder mit Gerbsäure
  • Zwischendurch barfuß laufen
  • Verwendung geruchshemmender Einlegesohlen, die z.B. mit Aktivkohle oder Zimt gefertigt worden sind
  • Tragen von atmungsaktiven Schuhe im Wechsel
  • Tragen von Baumwollsocken oder Socken mit Silberionen
  • Häufiges Wechseln und Waschen der Socken
  • Mechanisches Entfernen überschüssiger Hautschichten
  • Verwendung antibakteriell wirkender Substanzen 

Medizinische Therapie

  • Iontophorese
  • in besonders schweren Fällen kommt die chirurgische Durchtrennung des entsprechenden Nervs in Frage.

 

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