Nagelveränderungen


Finger- und Zehennägel können durch eine Reihe von Krankheiten geschädigt werden. Eines der mit am häufigsten und fast nur von Frauen geschilderten Probleme sind zu weiche und brüchige Nägel. Die Ursachen hierfür sind noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht; es wird jedoch angenommen, dass Nagellackentferner diese Krankheit begünstigen bzw. hervorrufen. Nagelbrüchigkeit kann auch erblich bedingt sein. Als Regel gilt: Ist die Nagelmatrix betroffen, wächst die Nagelläsion aus. Bei Störungen am Nagelbett liegt eine ortsbeständige Läsion vor.

  • Brüchige und splitternde Nägel können auf einen Biotinmangel (Vitamin H) zurückzuführen sein. Biotin ist essenziell für die Bildung der Hornsubstanz Keratin und trägt somit wesentlich zum gesunden Wachstum von Haut, Haaren und Fingernägeln bei.
  • Durch Haut- oder Nagelverletzungen (u.a.) kann es zu Nagelpilz kommen, der Farbe und Form der Nägel beeinträchtigt.
  • Auch systemische Erkrankungen führen zu Nagelveränderungen. So hinterlässt beispielsweise die Psoriasis (Schuppenflechte) als charakteristische Veränderungen „Tüpfelnägel“ und „Ölflecke“.
  • Verletzungen am Nagelbett (z.B. durch Einklemmen in einer Tür) bleiben meist ein Leben lang sichtbar. Schädigungen durch übermäßige Nutzung oder Belastung (z.B. bei einem Marathonläufer) wachsen langsam wieder aus. Die Nagelwurzel kann jedoch auch dauerhaft irreparabel geschädigt sein.
  • Bei weißen Stellen oder Flecken auf Nägeln handelt es sich nicht um eine Eiweißmangelerscheinung, wie ein weit verbreiteter Mythos besagt, sondern um eine mangelnde Verschmelzung der Nagelplatten, die z.B. durch Stoß, Krankheit oder Medikamente verursacht wird. Auch Calcium-Mangel kann eine Ursache sein. Mit der Einnahme einer aufgelösten Calciumtablette pro Woche lässt sich der Mangel ausgleichen; es erscheinen keine weißen Flecken mehr. Vorhandene Flecken lassen sich damit allerdings nicht beseitigen.

 

 

 

Nagelpilz

 

Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz (Onychomykose) ist eine Infektion der Finger- oder Zehennägel mit Pilzen. Meistens sind es Fadenpilze (Dermatyphyten), die sich von der menschlichen Hornsubstanz ernähren und daher ausschließlich Haut, Haare und Nägel befallen. Aber auch Infektionen mit Hefepilzen oder Schimmelpilzen kommen vor.

Auch erleichtern häufig unbemerkte kleinste Verletzungen (z.B. Druck durch zu enges Schuhwerk) den Pilzen das Eindringen. Da der große und der kleine Zeh als die beiden außen gelegenen Zehen am leichtesten in Mitleidenschaft gezogen werden, werden diese Zehennägel auch am häufigsten von Nagelpilz befallen.

Erkrankte Nägel verlieren ihren Glanz und werden allmählich trübe und undurchsichtig. Meistens zeigt sich der Pilzbefall zuerst am freien Nagelrand durch kleine, halbrunde oder längliche Weißfärbungen. Von der Außenkante des freien Nagelrandes breitet sich die Infektion zum Nagelwall hin aus.

Im Verlauf der Infektion verfärben sich die befallenen Nagelpartien gelblich bis bräunlich. Die Struktur der Nägel verändert sich: die Nagelplatte verdickt, die Oberfläche wird uneben und der Nagel beginnt vom freien Nagelrand zu bröckeln. Später löst sich der Nagel oft vom Nagelbett ab. Der Nagel kann seine Schutzfunktion für die Zehenspitze nicht mehr erfüllen.

Risikofaktoren für Nagelpilzinfektionen

Prinzipiell kann der Pilz jeden treffen, schließlich sind die Erreger weltweit verbreitet und überall in unserer Umwelt vorhanden. Einige Faktoren erhöhen aber deutlich das Risiko:

Nagelverletzungen:

Verletzungen des Nagels bieten oft die Eintrittspforte und ermöglicht ein hartknäckiges Einnisten.

Freizeitaktivitäten:

Viele Sportarten wie Joggen, Walken, Wandern, Fußball etc. belasten die Nägel mechanisch und führen so zu riskanten Mikroverletzungen.

Schwitzen

Turnschuhe, Gummistiefel oder andere luftundurchlässige Schuhe führen zu vermehrtem Schwitzen. Schweißfüße bieten ideale Bedingungen für die Pilze, leichter in die durchfeuchtete Haut einzudringen.

enge Schuhe

Spitz zulaufende Schuhe oder Schuhe mit hohen Absätzen können Druckstellen und Mikroverletzungen an den Zehennägeln bilden, durch die Pilze leicht eindringen können.

Öffentliche Einrichtungen

Auch in Schwimmbädern, Saunen, Gemeinschaftsduschen, Teppichböden und Duschen in Hotelzimmern etc. gedeihen Pilze prächtig.

Krankheiten

Wenn Sie unter chronischen Erkrankungen leiden, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen oder die das Immunsystem schwächen, sollten Sie regelmäßig Ihre Füße auf Verletzungen und Nagelveränderungen kontrollieren.

Nagelpilz muss behandelt werden

Nagelpilz heilt nie von selbst. Ganz im Gegenteil: unter der Nagelplatte sitzt der Pilz so gut versteckt, daß er sogar eine laufende Behandlung monatelang überstehen kann. Wird nicht adäquat behandelt, droht die fortschreitende Zerstörung der betroffenen Nägel, sowie eine Ausbreitung auf weitere, bisher noch nicht infizierte Nägel.

Abgesehen von der medizinischen Seite nagt der Nagelpilz auch am Selbstwertgefühl der Betroffenen und reduziert die Lebensqualität. Schließlich traut man sich mit den verfärbten und verformten Nägeln nicht mehr in die Öffentlichkeit. Zudem sind Betroffene ein Ansteckungsherd für Familienangehörige und andere Menschen.

Wie kann ich Nagelpilz behandeln?

Meist erfolgt eine erste Behandlung mittels antimykotischer Nagellacke, die direkt auf den erkrankten Nägeln angewendet werden. Diese Nagellacke sind rezeptfrei in den Apotheken erhältlich. Während der Behandlung mit antimykotischen Nagellacken sollte auf die Verwendung eines dekorativen Nagellacks verzichtet werden, denn dieser kann die Behandlung behindern. Empfehlenswert ist ein fachgerechtes Abtragen der pilzbefallenen Nagelteile durch einen Podologen, damit die Wirkstoffe des Nagellacks besser in das Nagelbett eindringen können.

Ist der Pilzbefall bereits sehr ausgedent, kann eine zusätzliche Einnahme von Tabletten erforderlich sein – unter strenger Aufsicht eines Hautarztes, da es zu Wechsel- und Nebenwirkungen kommen kann.

Die Nagelpilz-Behandlung erfordert Geduld

Generell muss die Behandlung über einen sehr langen Zeitraum konsequent durchgeführt werden, mind. 9 bis 12 Monate. Auch wenn die sichtbaren Zeichen verschwunden sind, sollte dennoch weiter mit dem antimykotischen Nagellack zur Prophylaxe gearbeitet werden. Desweiteren ist es nötig, die Schuhe täglich mit Desinfektionsmittel auszusprühen und gut trocknen zu lassen, sowie ein Wäschedesinfektionsmittel zu verwenden um eine Reinfektion und Ausbreitung zu verhindern. Betroffene sollten nicht die Geduld verlieren.

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